Broschiert, 192 Seiten, 11,99 € ISBN 978-3837093070, 2. Auflage BoD Norderstedt, Februar 2009
Ein erotisch-amüsanter Roman mit Esprit. "Sex and the City" aus Berlin - eine Story, die den Zeitgeist treffen könnte.
"Ein Buch, das prickelt wie ein Glas Sekt!“ Petra Brinkert-Lederer, Lektorin
Ausgangspunkt der aufregenden Reise in die Welt der Beziehungen ist eine Wohngemeinschaft in Berlin. „Ein chaotisches Experiment multikulturellen Zusammenlebens“, wie Bea, die biedere deutsche Krankenschwester, so treffend bemerkt. Sie verliebt sich in den Komapatienten Alex, den sie im Laufe ihrer nächtlichen Besuche zu ihrem perfekten Märchenprinzen hochstilisiert. Brian, ein australischer 5-Sterne-Koch, lässt in Sachen Liebe nichts anbrennen. Neben seinem Job sind flüchtige erotische Beziehungen Mittelpunkt seines Lebens. Als er die Mutter einer seiner Gespielinnen kennen lernt, hat er seine „Meisterin“ gefunden. Auch innerhalb der unfreiwilligen Lebensgemeinschaft fliegen buchstäblich die Fetzen: Die Studentenliebe zwischen dem Amerikaner John und der süßen Schwedin Mona sorgt für genug Sprengstoff, um die gesamte WG in den Orbit zu katapultieren. Last but not least bringt Tommy, Monas homosexueller Bruder, alles durcheinander. Der lebendige, charmante Musiker befindet sich in einer Sinnkrise. In diesem Reigen verflechten sich die Beziehungen, denn auch das Verhältnis der Beteiligten zueinander unterliegt einem stetigen Wandel.
In dieser kleinen Kostprobe können Sie einige Bewohner der WG kennen lernen. Bea kommt gerade von einer anstrengenden Nachtschicht im Krankenhaus und kann gleich wieder damit anfangen, körperliche und seelische Wunden zu verarzten ...
Begegnungen
Bea wohnte in einem chaotischen Experiment multikulturellen Zusammenlebens – kurz: in einer Wohngemeinschaft. Da sich in Berlin alle möglichen Nationalitäten herumtrieben, hausten zwei Schweden, ein Amerikaner, ein Australier und sie als Deutsche zusammen. Als Zugabe gab es noch einen neurotischen Kater. Wohnungsnot und horrende Mietpreise führten zu seltsamen Arrangements.
„Mist!“ Warum musste unbedingt heute schon Licht brennen? Normalerweise schliefen ihre Mitbewohner um diese Zeit noch. Sie rieb sich über das Gesicht und dachte an den letzten Patienten zurück, der sie während ihrer Schicht im Krankenhaus auf Trab gehalten hatte. Das Unfallopfer war nach der Notoperation ins Koma gefallen. „Alexander von Schauenburg“, formten ihre Lippen tonlos. Wahrscheinlich nannten ihn alle Alex. Wenn man den Namen eines Menschen kannte, wurde er erst richtig zu einer Person, und dieser Mann hatte sie seltsam berührt.
Eigentlich hätte sie jetzt gern Zeit zum Nachdenken gehabt, doch als sie die Wohnungstür öffnete, war sie ziemlich gespannt, was sie erwartete. Ihre Befürchtungen waren nicht unbegründet: Es herrschte allgemeine Unordnung, und der große Wandspiegel lag in Scherben auf dem Boden. Viele Bruchstücke waren mit Blut verschmiert, deshalb war sie mit wenigen Schritten in der geräumigen Wohnküche.
John saß in der Mitte des Raumes an dem riesigen Esstisch. Obwohl ihr amerikanischer Mitbewohner ein großer kräftiger Mann war, sah er aus wie ein Häuflein Elend, zerknittert und übernächtigt. Er hatte ein blutgetränktes Geschirrtuch um die verletzte Hand gebunden, die sein Gesicht vor ihren Blicken verbarg. Seine Haltung war gebeugt und die Schultern zuckten, leichter Alkoholdunst lag in der Luft.
Bea ging an die antike Anrichte und holte sich zunächst langsam und umständlich eine Tasse Kaffee von der Maschine, die altersschwach vor sich hin röchelte. Dabei machte sie so viel Lärm, dass er sie bemerken musste. Sie fröstelte noch einmal kurz und genoss die angenehme Wärme in der gemütlichen Küche.
Der Kaffee schmeckte nicht toll, aber er war heiß. Etwas Süßes würde ihn erträglicher machen. Mit einer Packung Schokokeksen bewaffnet ging sie langsam zum Tisch, wobei sie angestrengt versuchte, den Tasseninhalt nicht zu verschütten.
Bea seufzte. Es zeichnete sich ab, dass sie in der nächsten Zeit ihr Bett nicht zu Gesicht bekommen würde. Aber der erneute Adrenalinstoß hatte sie so aufgeputscht, dass sie jetzt sowieso keinen Schlaf finden könnte.
Sie setzte sich zu John, der sie mit einem schiefen Lächeln und geröteten Augen begrüßte: „Hi, Bea, wie war deine Nacht?“ Er schluckte krampfhaft, um dann tief Luft zu holen.
„Hallo auch.“ Sie strich ihm sanft die verwuschelten blonden Haare aus dem Gesicht. „Erzählst du es mir, oder soll ich raten?“ Beiläufig untersuchte sie seine geschundene Hand, es handelte sich um eine lange Schnittverletzung, die noch immer blutete. Zum Glück war das Glas nicht zu tief eingedrungen. Beas Verbandskasten, der mit Klinikmaterial bestens bestückt war, lag schon auf dem Tisch.
Während sie die Wunde reinigte und sich anschickte, den Schnitt mit Klammerpflaster zu schließen, begann John stockend zu erzählen.
„Ich hatte einen ... kleinen Drink - Au! - und irgendwie hatte ich ein ... ein Problem mit mir.“ Seine gesunde Hand strich fahrig durch seinen Haarschopf, der wild vom Kopf abstand.
„Als ich in meinem Zimmer fertig war ... nun, ich habe wohl ... Sachen rumgeschmissen. Dann bin ich raus und ... habe den Schirmständer umgetreten ... und ...“ John grinste verlegen und strich sich wieder über die Haare. „Na ja, dann war da Brian ... Er fand nicht so toll, was ich gemacht hatte. Ich hatte nur die Wahl, ihn oder mein Spiegelbild zu verprügeln.“
Nach diesen Ausführungen war nichts mehr aus ihm herauszubekommen. Er trank Beas Kaffee aus, verzog das Gesicht angewidert und schaute ihr missmutig beim weiteren Versorgen seiner Wunde zu. Wenn es wehtat, brummte er mürrisch.
„Guten Morgen, Bea.“ Brian Oakley lief frisch geduscht und barfuß an ihnen vorbei. Er trug nur ein Handtuch um die Körpermitte.
Der Kaffee auf der Wärmeplatte musste noch vom Vorabend sein. Besser gesagt von nachts um halb eins, als er von der Arbeit nach Hause gekommen war. Er warf einen flüchtigen Blick auf die Neonuhr an der Wand. Sieben. Trotzdem nahm er eine Tasse aus dem Schrank und füllte sie zur Hälfte mit der dunklen Brühe.
Er lehnte sich gegen die Anrichte und trank einen Schluck. Währenddessen beobachtete er Bea, die mit blutverschmierten Händen und einem ebensolchen Geschirrtuch versuchte, die gelbe Plastiktischdecke notdürftig zu reinigen. Brian runzelte die Stirn. Es blieb offen, ob er damit ihre Bemühungen oder den Geschmack des Kaffees in seiner Tasse kommentierte.
Heute hätte er ausschlafen können.
Stattdessen schweifte sein Blick aus dem Fenster zu dem erwachenden Novembermorgen. Draußen begann sich das Tageslicht zaghaft gegen die Dunkelheit durchzusetzen, und die stetigen Geräusche der vorbeifahrenden Autos kündeten davon, dass der Berufsverkehr in vollem Gange war. Der Moloch Großstadt wurde lebendig, obwohl er niemals ganz schlief.
Er rieb über seine blonden Bartstoppeln, sie juckten, weil er gerade mit einem Dreitagebart experimentierte. „Welchen Anblick hätte ich verpasst, hätte ich diesen frühen Tagesanbruch verschlafen.“ Seufzend wandte er sich Bea zu, die jetzt zu ihm aufsah. Er lächelte, ihr Blick verriet ihm ihre Unsicherheit. Hatte er sie gemeint oder vom Wetter gesprochen? Er wusste, dass er sie ärgerte und ließ es lieber. Sie sah müde und mitgenommen aus.
Brian schenkte ihr Kaffee nach. Den Inhalt seiner eigenen Tasse kippte er in den Ausguss. Frühstück zu machen würde fraglos seine Aufgabe sein. Abgesehen davon, dass es sein Beruf war, am Herd zu stehen - niemand der übrigen Anwesenden würde heute diesen Part freiwillig übernehmen. Also angelte er eine Pfanne aus dem Schrank und holte Eier aus dem Kühlschrank.
Während die Butter in der Pfanne brutzelte, tauschte er das Badetuch gegen etwas Wärmeres aus. Als er in die Küche zurückkehrte, war er noch immer barfuß. Die Scherben hatte er wieder sorgfältig durchschritten. Bereits mit einer Selbstverständlichkeit, als würden diese seit Anbeginn der Zeit den Fußboden zieren. Er fand sich schnell in veränderten Situationen zurecht.
Vielleicht brachte das der Beruf im Gastgewerbe mit sich. Eine Anzahl internationaler Hotel- und Restaurantküchen hatten seinen Lebensrhythmus immer wieder nachhaltig verändert. Wer hoch hinaus wollte, konnte es sich nicht erlauben, vor unbekanntem Terrain zurückzuschrecken. Diese Einstellung hatte Brian Oakley von Australien nach Deutschland geführt. Eine Entscheidung, die er bisher nicht bereut hatte. Nur manchmal, an einem Morgen wie diesem.
Über die Bratpfanne hinweg, in die er jetzt die Zutaten seines Rühreis gab, warf er John einen Seitenblick zu. Nicht, weil es ihn wirklich kümmerte, ob es ihm besser ging. Er glaubte auch nicht, dass John an seiner Anteilnahme interessiert gewesen wäre. Zumal sie vor einer knappen Stunde nur haarscharf an einer handgreiflichen Auseinandersetzung vorbeigekommen waren. Brian prüfte nur, ob sein Mitbewohner in der Lage war, mit ihnen zu frühstücken.
Dann fiel sein Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite. Sie würden noch einen Gast haben. „Bea, würdest du bitte noch einen Teller dazustellen“, schmunzelte er, „Allison überquert gerade die Straße.“
Beas und Johns Köpfe gingen in einer synchronen Bewegung ruckartig nach oben. Die Äußerungen, die diese begleitete, wurden zu einer Mischung aus Johns „Oh, no!“ und Beas verzweifeltem „Nein, nicht heute!“. Brians Schmunzeln mutierte zu einem breiten Grinsen.
Allison wurde von den männlichen Bewohnern der WG ‚die Heulboje’ genannt. Die Herren waren sich einig, dass man sie gut anschauen, aber schwer ertragen konnte. Sie war eine Freundin von Mona, die immer dann auftauchte, wenn sie gerade mal wieder von einem ihrer Lover verlassen worden war. Sie pflegte jeden, den sie antraf, als seelischen Müllabladeplatz zu benutzen. Gnadenlos.
Eigentlich hatten sie gehofft, sie erst dann wiederzusehen, wenn Mona und Tommy wieder aus ihrem Urlaub zurück wären. Die beiden waren die noch fehlenden Bewohner der WG; die schwedischen Geschwister waren gerade auf einem spontanen Trip nach Mallorca.
Bea stellte sich vor die Küchentür, bereit, sie mit ihrem Leben zu verteidigen. Diesmal würden sich die Herren der Schöpfung nicht aus dem Staub machen. Sie setzte ihr grimmigstes Gesicht auf: „Wenn ihr es wagt, mich mit ihr allein zu lassen, weiß ich nicht, was ich tue. Zumindest solltet ihr mir dann für einige Zeit nicht den Rücken zudrehen!“
Die Ankündigung von Allisons Auftauchen hatte John aus seinem dumpfen Brüten geschreckt. Jetzt kam ein tiefes Glucksen aus seiner Brust, und er konnte kaum sprechen. „Bea, du Süße. Das ist so, als würde eine Maus auf deinen Weg springen und sagen ‚Bleib stehen, sonst hau ich dich um!’“
Als er Beas schmollenden Gesichtsausdruck sah, vollführte er einen weiten Bogen mit der bandagierten rechten Hand und verbeugte sich formvollendet: „Stets zu Euren Diensten, Madam. Ich lasse das Untier hinein und weiche nicht von Eurer Seite.“
Er warf Brian einen bedeutungsvollen Blick zu. Dieser war noch immer mit dem Frühstück beschäftigt, und es hätte ihm nicht ähnlich gesehen, wenn er die „Ignoranten“ mit den Früchten seiner kulinarischen Künste allein gelassen hätte.
Trotzdem fügte John galant hinzu: „Ich denke, dass auch unser hinterwäldlerischer Aussie diese Schlacht mit Euch gemeinsam bestreiten wird.“ Brian zeigte ihm den Mittelfinger und wandte sich wieder der Pfanne zu.
John verschwand im Flur, nachdem er Bea sanft auf einen Stuhl gedrückt hatte. Als er den Raum feixend wieder betrat, hatte er eine bereits fröhlich vor sich hin schimpfende Allison im Schlepptau.
„Was für ein Saustall, ich bin noch nicht ganz da, und schon schlittere ich über Scherben. Will denn niemand den Mist wegmachen? Sind Mona und Tommy wieder da? Oder - ach Bea, wenigstens ein vernünftiger Mensch zum Reden.“
Bea zog unwillkürlich den Kopf ein und versteckte sich hinter ihrer Kaffeetasse. Ihr Gruß klang betont beiläufig, damit Allison nicht auf die Idee käme, sie hätte Interesse an ihren Ausführungen.
John sprang schnell in die Bresche und reichte ihrem Gast eine Tasse Kaffee, wobei er sich diebisch freute, dass die pechschwarze Brühe von Brian angesetzt worden war. „Buschtauglich“, wie er immer lästerte, zur Not konnte man auch ein Boot damit abdichten.
Da er wusste, dass Allison den Kaffee ohne Milch trank, beobachtete er voller Vergnügen, wie sie ihre Augen nach dem ersten Schluck weit aufriss: „Um Gottes Willen, willst du mich vergiften?“
Unschuldig grinste er sie über den Rand seiner eigenen Tasse an, in die er nur zur Hälfte Kaffee geschüttet hatte, um sie dann mit Milch aufzufüllen: „Schwarzer Kaffee macht schön.“
Sie schaute ihn missbilligend an und schob ihre Tasse weg wie ein ekeliges Insekt. „Na egal, ihr glaubt ja gar nicht, was mir passiert ist. Ich hatte einen Kerl, der mich behandelt hat, als wäre ich nur ein Objekt um seine männliche Geilheit zu befriedigen. Er hat mir das Herz gebrochen. Dabei war er am Anfang so süß.“
Sie versuchte Beas Blick einzufangen, um endlich die ganze Geschichte erzählen zu können, doch diese betrachtete mit ganzer Aufmerksamkeit eine kleine Kaffeepfütze auf dem Tisch. Also schoss Allison Blitze aus den Augen in Richtung John und Brian. Männer!
Brian, der bisher noch damit beschäftigt gewesen war, das Rührei auf den Tellern anzurichten, verzog keine Miene. „Gift, liebe Allison“, erklärte er und zog die von ihr verstoßene Kaffeetasse zu sich auf die andere Seite, „ist immer eine Frage der Dosierung.“
Er tauchte seinen Zeigefinger in ihren Kaffee. Ihre Aufmerksamkeit war ihm sicher, dabei ließ er sie nicht aus den Augen. Er führte den Finger an seine Lippen. Den ersten Kaffeetropfen, der herabzuträufeln drohte, fing er mit der Zunge auf. Die übrigen leckte er ohne Eile ab. Als letztes steckte er sich anzüglich den Finger in den Mund und zog ihn langsam wieder heraus.
Alle beobachteten interessiert, was er tat.
„Vielleicht solltest du die Dosierung deines Sexlebens überdenken?“ Brian trank ihren Kaffee in einem Zug und stellte die leere Tasse vor Allison. „Entweder du lässt dich ficken und genießt es ...“, er machte eine kleine Kunstpause; die Worte hörten sich aus seinem Mund beinahe wie ein Angebot an, „oder du hörst auf, die Männer geil zu machen und wartest, bis dein Prinz vor der Tür steht.“
Allison starrte ihn fasziniert an, ihre Zungenspitze huschte einmal kurz über ihre Lippen. Erst, als John vor ihrem Gesicht mit den Fingern schnippte, reagierte sie und schaute ihn überrascht an.
Dann errötete sie und sah zu Brian, der sie charmant anlächelte. Sie lächelte ebenfalls - etwas unsicher - und stand auf, um zur Tür zu gehen. „Ich komme wieder, wenn Mona da ist. Macht es gut.“
Petra Brinkert-Lederer, Erfreute Lektorin bei Artep, 25. Oktober 2005
Von Bücherhexe - Alle meine Rezensionen ansehenAbenteuer Wohngemeinschaft: Wer das nie kennen gelernt hat, hat hier eine gute und spaßige Gelegenheit. Als Lektorin habe ich nicht jeden Tag so viel Spaß bei der Arbeit. Und genau das will dieser Roman erreichen, ganz unverhohlen - will sagen: Moralapostel werden hier nicht glücklich, denn es geht um junge Menschen, die neugierig leben und sich ausprobieren ... Fünf junge Menschen teilen sich eine Wohnung in Berlin, nicht zu vergessen der charmante Kater mit dem für die WG so bezeichnenden Namen Adonis. Ein Paar, sie ist Schwedin, er Amerikaner, muss erst noch werden; ein Australier sorgt mit klarem Kopf und als Ältester des Öfteren für Ordnung - zumindest bei den anderen; ein junger Schwede, kleiner Bruder, Musiker, schwul, bringt Leben in die Bude und lässt nichts anbrennen; und dann ist da noch die einzige Deutsche, Bea, eine Krankenschwester, die weder experimentell noch exzentrisch ist und sich in einen so ganz anderen Mann verliebt. Eine vielleicht etwas konventionelle Verteilung von Nationalitäten und Charakteren, aber vielleicht auch ganz passend.
Das multikulturelle Experiment könnte auch einfach Liebe heißen, denn darum geht es bei allen fünfen. Jeder hat eine heiße und schwierige Beziehungsgeschichte; die unterschiedlichen Charaktere bieten manch interessante Einblicke in diverse Psychen. Jeder sucht nach Liebe und nach etwas Verlässlichem, auch wenn einige sehr unkonventionelle Wege dorthin nehmen, und findet sich - und seinen Meister: Das ist das Tröstliche an diesem schwungvollen Erstling. Keiner bleibt übrig, jeder lernt eine ganze Menge über sich selbst, und was will der junge Mensch mehr? So kann man diesen köstlichen Beziehungscocktail mit Kater in großen Mengen ohne Nachwehen genießen. Es kann passieren, dass man nach der Lektüre ein fröhliches Liedchen pfeift. Wer grundsätzlich immer noch vermutet, Unterhaltung sei seicht, darf sich wundern.
Wer die lockere Art junger und nicht ganz ungebildeter Menschen mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Woher die Autorin die Kenntnisse über WGs im Allgemeinen und zum Beispiel Not-OPs im Speziellen hat, wer ihr die psychischen Kenntnisse über so verschiedene Menschen, vor allem aber über Männer!, eingeflüstert hat und wie sie es schafft, mit einem Erstling schon so gekonnt zu unterhalten, mag ihr Geheimnis bleiben. Uns Lesern bleiben die Freude und der Genuss, die es mit sich bringt, ein Buch zu lesen, das so leicht daherkommt, als wäre es der Autorin im Traum fix und fertig eingefallen. Ich jedenfalls warte gespannt auf die Verfilmung. Vielleicht mit Brad Pitt (Ich suche noch nach etwas Besserem, sorry Brad!) als Brian und ... - aber das ist eine ganz andere Geschichte.