Hartgesottene Dämonenkrieger beschützen die Menschheit vor finsteren Mächten. Doch nicht nur fiese Gesellen haben den Jägern den Kampf angesagt, sie müssen sich auch noch mit ihren eigenen Gefühlen herumschlagen. Da ist auf der einen Seite Brody: Er verliebt sich in einen jungen Mann, der nur zur Hälfte menschlich ist. Aber der einzelgängerische Krieger wehrt sich verbissen gegen seine aufkeimende Leidenschaft. Und da gibt es noch die Jäger Mark und Alan, die ihre Liebe schon lange geheim halten. Als jedoch ein mächtiger Dämon von ihrer Zuneigung erfährt, benutzt er sein Wissen gegen sie, um die Truppe zu schwächen. Knisternde Erotik und brennende Sehnsüchte führen die Kämpfer in ihre persönliche Hölle, aus der sie nur die Liebe befreien kann.
Ab sofort im Buchhandel erhältlich! ISBN-13: 978-3934442610 11,99€
Dämonenglut
von Nicole Henser und Inka Loreen Minden
1
„Ich möchte ihn zwischen meinen Lippen fühlen – den kleinen Kahlkopf“, sagte Mark leise, während er so tat, als beobachte er angestrengt mit dem Feldstecher das gegenüberliegende Fenster.
Alan ließ das Fernrohr los und richtete sich langsam auf. Ein schneller Blick bestätigte Mark, dass diesem eine zarte Röte über den Hals kroch. Das war genau der Grund, warum er es liebte, seinen Kollegen mit direkten Anspielungen aus der Fassung zu bringen.
Doch Alan bemerkte sein Grinsen und konterte: „Er ist nicht kahlköpfig, nur weil er rasiert ist, selbst du hast keine Haare auf der Eichel!“ Mit gerunzelter Stirn beugte er sich wieder herunter zu dem hochauflösenden Fernrohr, das eine entspiegelte Linse besaß, damit sie kein plötzliches Aufblitzen verriet. Wenn es von ihrer Anwesenheit wüsste, wäre es ein Leichtes für ihr Beobachtungsobjekt, ihnen seine Häscher auf den Hals zu hetzen.
„Das ist übrigens deine einzige Stelle, die kein Fell hat!“, knurrte Alan, wobei er den Kopf in seine Richtung drehte.
Mark fühlte den prüfenden Blick über seinen Körper wandern und straffte sich. Er wusste, dass er eine stattliche Erektion in der Lederhose hatte, und Alan bliebe das sicher nicht verborgen. Ein prickelnder Schauer lief über seinen Rücken, und das Verlangen machte es ihm schwer, sich zu beherrschen.
„Komm schon, Milchgesicht, Meister Dämon sitzt brav an seinem Schreibtisch und macht langweiliges Zeug. Ich will dich schnell vernaschen, er wird wohl kaum sein wahres Gesicht zeigen, sobald wir ihm nicht dabei zuschauen.“
Konzentriert sammelte Mark seine telekinetische Energie und öffnete mittels Gedankenkraft die Knöpfe an Alans Jeans. Dieser stützte sich auf das Stativ und bewegte leicht sein Becken, anscheinend fühlte er die Berührungen wie eine Liebkosung. Er fuhr sich verlegen über die blonden Stoppelhaare und legte dann eine Hand über seinen Ständer, den er nicht länger verstecken konnte. „Es ist zu gefährlich“, zischte er. „Zottel!“
Sein Partner lächelte; aus Alans Mund war das eindeutig ein Kosename. Doch er wusste auch, worauf er anspielte. Die Stimmung in ihrem Orden war zurzeit recht angespannt, weil der Besuch des Großmeisters bevorstand. Nicht, dass das Oberhaupt des weltweit operierenden Restes der Tempelritter sie persönlich beehrte, sie waren nur der weltliche Arm der Organisation, der in erster Reihe kämpfte. Aber ihr Vorgesetzter Colin Seymour würde sich mit ihm treffen, und sicher war er nicht scharf darauf, ausgerechnet dem Mann an der Spitze der Hierarchie zu beichten, dass zwei seiner Agenten eine homosexuelle Beziehung miteinander pflegten.
Schon lange verbargen die beiden ihre Liebe, denn der Vorwurf der „Sodomie“, wie Homosexualität in der Vergangenheit genannt wurde, hatte dem Ritterorden den Hals gebrochen. Gnadenlos waren seine Mitglieder als Ketzer verfolgt und verbrannt worden, nachdem sie unter Folter den hanebüchenen Anklagepunkt gestanden hatten, dass die Mönche geschlechtlich miteinander verkehrten und dabei auf das Bild Jesu spuckten.
Zum Glück hatte die kleine Splittergruppe der Templer schon damals im Verborgenen gearbeitet, weshalb sie der Hetzjagd entkommen war. Doch es saß noch immer tief in ihrem Bewusstsein verankert, dass sie das Martyrium ihrer Brüder tatenlos hatten mitverfolgen müssen.
Mark legte den Feldstecher weg. In dem Büro auf der anderen Straßenseite herrschte nach wie vor Ruhe, also wagte er es. Er stellte sich hinter Alan und rieb den Unterleib an seinem Hintern. „Ich weiß, du willst mich auch. Und eigentlich magst du es, dass ich behaart bin wie ein Bär“, schnurrte er an seinem Nacken und pustete neckisch in die kleinen Härchen, die sich sofort aufstellten. „Gestern war es noch so.“
Alan stöhnte leise und erbebte. Mark kämpfte mit unfairen Mitteln, schließlich kannte er die Schwachstellen seines Gefährten zur Genüge. Ein schlechtes Gewissen machte ihm dieser Umstand allerdings nicht. Seine Hand wanderte über Alans flachen Bauch, dann drehte er ihn plötzlich an den Hüften um und schleuderte ihn mit einem gezielten Energiestoß auf das Doppelbett, vor dem sie ihre Apparaturen aufgebaut hatten.
Verdammt, Mark, spare dir deine Kräfte! Wir könnten jederzeit angegriffen werden! Immerhin sind wir ziemlich überzeugt, dass der feine Herr Anwalt da drüben ein Dämon der übelsten Sorte ist!, warf ihm Alan als gut vernehmbare Gedanken entgegen.
„Was ist mit dir, du Klugscheißer? Wenn du Telepathie einsetzt, ist es nicht weniger anstrengend, als wenn ich dich mit PSI-Schwingungen herumwerfe!“
Gereizt entgegnete Alan: „Ich habe meine Fähigkeiten nicht benutzt! Das bildest du dir nur ein!“
„Doch, das hast du.“ Mark grinste. Sein Geliebter gebrauchte die Gedankenübertragung so selbstverständlich, wenn sie allein waren, dass er es kaum noch bemerkte.
Aber dann hatte er nur Augen für Alans leicht gespreizte Beine und die offene Jeans, die mit einer prachtvollen Ausbeulung lockte. Geschmeidig glitt er über ihn und hauchte an seine Lippen: „Wenn du nicht so rumzicken würdest, säßen wir beide schon längst wieder auf unserem Beobachtungsposten – mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht.“
Alan lachte auf und vergrub seine Hände in Marks braunem Haar, das im Nacken von einem Lederband gehalten wurde. „Du bist schon wieder schlecht rasiert!“, mäkelte er herum, doch in seinen Augen loderte die Leidenschaft, und er erwiderte den Kuss gierig, als sich ihre Lippen trafen.
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Erotischer Roman, 11. Dezember 2008 Von Happy-end-buecher - Alle meine Rezensionen ansehen Eine Organisation im Kampf gegen Dämonen - dieser Plot bietet natürlich die perfekte Basis für eine actiongeladene Story. Obwohl der Geschichtsteil einen guten Teil einnimmt, stehen die Liebesbeziehungen der Dämonenjäger jedoch im Mittelpunkt.
Da sind auf der einen Seite Mark und Alan, zwei tolle Charaktere Sie sind zwar fest zusammen und stehen zu ihren Gefühlen füreinander, halten ihre Beziehung innerhalb der Organisation dennoch geheim. Die beiden haben mich köstlich amüsiert mit ihren gegenseitigen Neckereien, sie haben mich in ihrer liebevollen Art miteinander umzugehen gerührt und am Ende habe ich wirklich gelitten. Auch die erotischen Szenen der beiden fand ich sehr ansprechend.
Ein weiterer sexy Jäger ist Brody. Als dieser dem Halbdämon Delwyn begegnet wird seine Welt völlig auf den Kopf gestellt, denn der eher verschlossene Brody ist sich über seine sexuelle Orientierung nicht so im Klaren wie seine Kollegen. Die Anziehung, die der Halbling auf ihn ausübt, verwirrt und erschreckt ihn und auch er muss erst eine Extremsituation erleben um sich selbst gegenüber ehrlich zu sein.
Dann gibt es noch eine ganze Reihe von interessanten Nebencharakteren, kreative Dämonenfiguren , viele Kämpfe und eine ganze Menge Ereignisse. Ein dünnes Buch, indem aber wahnsinnig viel passiert und das viel Abwechslung bietet. Allerdings passiert es auch oft, dass bei vielen Ereignissen und wenig Raum einige Dinge zu kurz kommen. Sozialkritik zum Beispiel in Form von Alans Eltern geht völlig unter ; die Schwierigkeiten, die Brody mit seinem Coming-Out hat kommen auch nicht richtig an bzw. erscheinen zu leicht - Gerade an diesen beiden Stellen hätte ich mir schon einige Seiten mehr gewünscht.
Die erotische Dosis ist gut durchdacht, an den passenden Stellen eingewebt und stimmig zur Geschichte. Die romantische Erotik-Komponente habe ich sehr gerne gelesen, zumal die Männer unerwartet liebevoll miteinander umgehen. Die Vergewaltigungsszenen waren für mich persönlich grenzwertig. Hart, emotional und körperlich brutal und völlig unverblümt. Gleichzeitig psychologisch gesehen recht realistisch und packend aber auch mit einem sehr bitteren Nachgeschmack - aber ok, es gehört nun mal in die Story und da musste ich durch!
Der flüssige Schreibstil hat mir bestens zugesagt. Das Buch ist einfach und angenehm zu lesen. Die Wortwahl ist direkt, niveauvoll und an den richtigen Stellen auch etwas dreckig" *g*.
Besonders klasse fand ich auch die Idee der beiden kurzen Epiloge, wobei das Kennenlernen von Mark und Alan für mich persönlich das abschließende Highlight war.
Ein homoerotischer Roman, der vor allem die Romantikerherzen höher schlagen lässt. Hat mich sehr gut unterhalten und ich warte schon gespannt auf die Fortsetzung, zumal ich hoffe die Computermaus" wird auch noch ihr Glück finden. 4.5 von 5 Punkten. (HH)
Dämonenglut 2 – Dunkle Lust
Ein Geheimbund bildet schon seit Jahrhunderten Kämpfer aus, die täglich gegen höllische Wesen antreten müssen, um das Gleichgewicht der Mächte zu wahren. Aber die Krieger haben auch mit ihren inneren Dämonen genug zu tun:
So lässt Jäger Alan nach einem Trauma seinen Lebenspartner Mark nicht mehr an sich heran. Stattdessen flüchtet Alan sich in die Arme des attraktiven Therapeuten Robert Trewlaney.
Als Tracy glaubt, in dem Jäger James Ballard endlich den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, stellt sich heraus, dass ihn ein düsteres Geheimnis umgibt. Macht James gemeinsame Sache mit den Mächten der Finsternis?
Mitten in das Beziehungschaos mischen sich die Dämonen. Sie nutzen die Wirrungen zu ihrem Vorteil, um sich in das Computersystem des Kriegerordens einzuschleusen. Eine Mission zur Rettung der Welt ist mal wieder vorprogrammiert ...
„Dunkle Lust“ ist ein hocherotischer und spannungsgeladener Fantasyroman über die Liebe und den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse.
Ab ca. 15. September im Buchhandel erhältlich! ISBN-13: 978-3934442665
Dämonenglut 2, Dunkle Lust
von Nicole Henser und Inka Loreen Minden
1
„Nein!“ Mit einem Aufschrei erwachte Alan schweißgebadet. Sein Puls schien sich selbst zu überholen, und er fuhr zusammen, als er in Marks besorgte Augen schaute.
Alan liebte den Kontrast der leuchtend olivgrünen Iris zu den dunklen stoppeligen Wangen. Das lange Haar hatte sich aus dem Zopf gelöst und hing seinem Freund wirr über eine Schulter. „Scheiße, Mark!“, entkam es Alan und er schwang schnell die Beine aus dem Bett, um ihn nicht ansehen zu müssen. Benommen vergrub er das Gesicht in den Händen, versuchte seinen keuchenden Atem wieder in den Griff zu bekommen, doch er kam sich vor, als hätte ihn das Traumgeschehen noch immer in den scharfen Krallen.
„Hast du geträumt? War ich ...?“, stammelte Mark schlaftrunken und rieb sich die Müdigkeit aus den Augen.
„Schlaf weiter“, knurrte Alan. Er war nicht in der Verfassung, sich zu unterhalten, und hätte alles dafür gegeben, um jetzt allein zu sein. Trotzdem konnte er Mark schlecht mitten in der Nacht in sein eigenes Apartment schicken, obwohl sie nur ein paar Türen auf dem Gang trennten.
Sie wohnten beide im Londoner Hauptquartier des Templer-Ordens, dem sie angehörten. Die längst in Vergessenheit geratene Splittergruppe der Organisation beschützte die Menschen vor Übergriffen aus der Unterwelt, und die Dämonenjäger tarnten sich offiziell als Wach- und Schließgesellschaft.
Schon fühlte Alan, wie er von sanften Händen wieder ins Bett gezogen wurde. „Komm schon, Milchgesicht, lass dich in meinen Armen trösten“, flüsterte Mark. Alan wehrte sich, obwohl er wusste, dass er keine Wahl hatte: Sein Partner war stur wie ein Maulesel, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte.
Alans Gesicht landete in Marks Schulterbeuge, er vergrub es dort seufzend. Der vertraute Duft und die zarte warme Haut schafften es tatsächlich, dass er sich langsam entspannte.
Mark streichelte seinen Rücken; er spürte, dass Alan sich versteift hatte und nur unwillig seine Liebkosungen ertrug. Die Ablehnung schmerzte, aber er versuchte Verständnis dafür aufzubringen, obwohl es ihm schwerfiel.
„Verfolgt dich dein Trauma bis in den Schlaf? Ich denke, dass du jede Nacht dasselbe träumst, habe ich recht?“ Bisher hatte er sich diese Frage verkniffen, weil er nicht tiefer in Alan vordringen wollte. Er musste nur seinen Gesichtsausdruck sehen, wenn er erwachte, um zu ahnen, was er durchlitt. Ich wünschte, ich könnte dir die Last abnehmen.
Der blonde Mann nickte. „Es geht nicht spurlos an dir vorbei, wenn du die Hölle kennengelernt hast“, murmelte er.
Shit! Mark presste die Lippen zusammen und drückte ihn an sich. Auch er war in der Unterwelt gewesen und wusste, wovon Alan sprach. Doch er hatte nicht so viel Schreckliches erleben müssen, immerhin war sein Geliebter von Dämonen missbraucht worden und hätte um ein Haar sein Leben gelassen.
Und doch wuchs langsam die Ungeduld in Mark. Er war ungeübt in solchen Dingen, mit der menschlichen Seele kannte er sich nicht so gut aus. Bisher hatte er Alan immer als starke Persönlichkeit erlebt, als einen Mann, den er nicht nur liebte, sondern auch zutiefst respektierte. Es verunsicherte Mark, ihn so schwach und verletzlich zu sehen, den peinigenden Träumen hilflos ausgeliefert. Das Bild, das er von seinem Partner hatte, bröckelte zusehends.
„Du bist jetzt schon seit Wochen in der Therapie bei Dr. Trelawney. Fühlst du dich denn noch gar kein bisschen besser?“, fragte Mark, wobei er Alan weiterhin über den Rücken streichelte. Mühsam versuchte er seine Worte frei von jeder versteckten Anklage zu halten, aber er war sich nicht sicher, ob es gelang.
Alan hob den Kopf. „Doch sicher! Robert ist ein ausgezeichneter Therapeut.“ Seine Antwort klang eine Spur trotzig, er hatte anscheinend mitbekommen, dass Mark ihn unterschwellig beschuldigt hatte, ein Weichei zu sein.
Mist! Ich wollte ihn nicht noch zusätzlich verletzen. Was immer er auch dazu sagte, Mark konnte nur verlieren. Wenn Alan zu bocken begann, gab es kaum noch ein Durchkommen zu ihm. Aber da stieg noch ein anderes Gefühl in ihm auf. „Robert?“, erwiderte Mark trocken.
„Ja, Robert!“
Erst als Alan leise ächzte, bemerkte Mark, dass er ihn fest an sich gepresst hielt, und lockerte seine Umklammerung. Es war kein guter Zeitpunkt, um seiner Eifersucht Luft zu machen, aber Mark fühlte auch die Wut in seinem Inneren steigen. Wenn er die Empfindungen jetzt zuließ, würden sich seine telekinetischen PSI-Kräfte entladen.
„Aha!“, brummte er grimmig. Wie alle operativen Mitglieder des Templerordens hatte der Dämonenjäger spezielle Fähigkeiten, die ihn von Normalsterblichen unterschied. Er war sowieso schon seit Tagen wie eine wandelnde Bombe, ständig am Rande der sexuellen Frustration, da Alan sich seit der Vergewaltigung nicht mehr von ihm anfassen ließ.
Mit aller Macht versuchte Mark seine Gefühle zurückzudrängen, doch sie wurden zu einem immer gefährlicheren Paket, das in seinem Bauch wühlte. Mit dieser Wut habe ich den magischen Bumerang zu einer tödlichen Waffe gemacht, dachte er verzweifelt an die letzten Ereignisse zurück. Ihre Wucht darf sich nicht gegen Alan wenden. Schweiß trat ihm vor Anstrengung auf die Stirn und er spannte seine Muskeln an.
Um seine Erregung in andere Kanäle zu leiten, schmiegte er seinen Unterleib sanft an Alans Hinterteil. Hart stand Marks Glied von seinem Körper und rutschte voller Sehnsucht zwischen die Schenkel, wo es leicht gegen die Hoden seines Gefährten stupste. Vielleicht existierte zumindest eine kleine Chance, ein wenig Zuwendung zu erhalten, aber Alan ignorierte seine stumme Anfrage einfach. Es hatte Zeiten gegeben, da hätte sich sein Partner sofort auf ein heißes Spiel eingelassen.
„Du bist ja sehr vertraut mit deinem Therapeuten. Gehört es nicht zu seinem Job, eine gewisse Distanz zu seinen Patienten zu wahren?“, knurrte Mark.
„Er ist ein wundervoller Mann!“, schleuderte Alan ihm entgegen und befreite sich aus seinen Armen. Es war offensichtlich, dass er Marks Nähe als unangenehm empfand.
„Ein Mann? Er hat verdammt noch mal nur ein Arzt zu sein! Dein Seelenklempner! Wieso betrachtest du ihn bitte plötzlich als Kerl?“ Mark versuchte ein wenig ihrer alten Verbindung wiederherzustellen, indem er Alan die Hand auf die Schulter legte, doch sein Lebensgefährte wandte ihm wieder eisern den Rücken zu und vergrub sein Gesicht in den Händen. Es zitterte unter Marks Fingerkuppen, und er folgerte daraus, dass Alan sich zusammenriss, um seine Berührung nicht abzuschütteln.
Könntest du bitte in deine Wohnung rübergehen? Ich möchte allein sein, hörte Mark leise in seinem Kopf. Er wusste, dass Alan ihm diese Nachricht aus Gewohnheit mittels Gedankenkraft zusandte, er pflegte oft so mit ihm zu kommunizieren. Und doch war er sich nicht sicher, ob sich die Information nicht ungewollt aus Alans Unterbewusstsein befreit hatte, denn dieser drehte sich plötzlich um und schaute ihn aus weit aufgerissenen Augen an.
„Ich habe verstanden. Wenn ich hier nicht länger erwünscht bin, gehe ich“, brachte Mark mühsam heraus. Er stand sofort auf und suchte seine Kleider zusammen, um sich anzuziehen.
So geht unsere Beziehung also den Bach runter. Ich liebe dich, Alan. Wir wollten nach den Jahren und den schrecklichen Erlebnissen endlich auch nach außen ein richtiges Paar werden, dachte Mark seufzend, als er sein T-Shirt über den Kopf zog.
Wut war nicht länger das vorherrschende Gefühl in seinem Bauch. Er hätte jetzt nicht explodieren können, selbst wenn er es gewollt hätte. Aber der Feuerball in seinem Magen wühlte sich durch sein Inneres und zerfetzte seine Seele.
Es gibt noch Hoffnung! So schnell gebe ich dich nicht auf, ging ihm noch durch den Kopf, als er kurz in der Tür stehen blieb, bevor er ging. Doch er fand keine Worte, das auszudrücken, zumal ihm Alan wieder den Rücken zudrehte.
Mark wusste nicht, warum er so empfand, aber es hatte etwas Endgültiges, die Tür zu Alans Wohnung hinter sich zuzuziehen. Hier war ihr gemeinsames Zuhause gewesen, doch dieses hatte aufgehört zu existieren.
Als er sein eigenes Apartment betrat, schlug ihm muffige Luft entgegen. Er war schon länger nicht hier gewesen und wenn, dann nur, um Klamotten zu holen. Selbst seine Wäsche hatte er bei Alan gewaschen. Während er die Fenster aufriss, fluchte er vor sich hin, aber das war kein ausreichendes Ventil für seine angestauten Aggressionen.
So eine verdammte Unordnung, stellte Mark plötzlich fest. Er fühlte sich nicht mehr wohl in seiner Bleibe, er hatte es bei Alan netter gehabt. Missmutig rückte er dem dreckigen Geschirr und den herumliegenden Sachen zu Leibe, um sich dann schnaubend auf das Sofa fallenzulassen. Es war jetzt wesentlich gemütlicher, aber es fehlte etwas in seinem Wohnzimmer. Alan …
Mark hatte noch nicht einmal ein Hemd oder irgendeinen Alltagsgegenstand von seinem Geliebten. Nichts. Und die Lust schwelte noch immer in ihm, die verzweifelte Aufräumaktion hatte seiner Erektion nicht geschadet.
Die rechte Hand fuhr an seinen Schritt und legte sich auf die kräftige Wölbung. Als er probehalber zufasste, löste sich ein Stöhnen aus seiner Brust. „Oh, Shit“, murmelte er und rutschte so weit auf der Sitzfläche herunter, dass er seinen Kopf auf die Rückenlehne der Couch legen konnte.
Mit geschlossenen Augen nestelte er an den Knöpfen der Jeans, um dann die Finger fest um seinen Ständer zu legen. Alans Mund saugte genüsslich die Eichel hinein, er spürte die Zunge, die ihn sanft umspielte. Keuchend öffnete Mark die Augen. „Das ist nicht richtig, verschwinde!“
Doch was er auch versuchte, er hatte immer Alans Bild im Kopf, es gab einen ganzen Fundus wunderschöner Erinnerungen an lustvolle Momente. Mark konnte sich Sex ohne seinen geliebten Jägerkollegen gar nicht mehr vorstellen. Je länger er es versuchte, desto mehr schweiften seine Gedanken ab, brachten ihn weit weg von der ersehnten Erlösung.
Gefrustet ging er ins Bad und kam mit einer Dose Feuchtigkeitscreme zurück. Noch nicht einmal Gleitgel hatte er im Spiegelschrank gefunden, der kümmerliche Rest in der zerdrückten Tube war eingetrocknet gewesen. Mark verteilte die Creme sorgfältig auf dem samtigen Schaft, dann tauchte er in seine Faust und stöhnte erneut. Sein Daumen legte sich auf die pralle Spitze und rieb dort den Rand der Eichel. Als er sich wieder zurücklehnte, war ihm alles egal. Resigniert ließ er sich treiben und es geschehen, dass Alans Bilder ihn überfluteten.
Schon bald zuckte es in seiner Hand, und er spürte die ersten Kontraktionen im Unterleib, dann spritzte der Samen auf seinen Bauch. Mit jedem Schub fühlte er sich leerer, es war ein seelenloser Orgasmus, der sein Herz nicht erreichte.
„Rache“, flüsterte Mark, während er die klebrige Haut mit seinem T-Shirt sauberwischte. Die Ereignisse in dem Höllenpfuhl hatten alles zerstört, was ihm wichtig gewesen war. Er lachte bitter. Der Anwalt Madoc, der in der Unterwelt ein mächtiger Stierdämon gewesen war, mochte mit dem Leben für das bezahlt haben, was er Alan angetan hatte – doch damit war seine Tat noch lange nicht gesühnt.