GAYFÜHLVOLL Die erste gemeinsame Anthologie aus der „Edition Sinneslust“
Leidenschaftliche Piraten, verlockende Vampire, düstere Dämonen, aber auch ganz normale Menschen, verfallen den Verlockungen ihres eigenen Geschlechts. Nicht nur einfühlsame Doms und ergebene Sklaven entführen den Leser in eine Welt voller Sinneslust.
In 14 gefühlvollen Erzählungen zeigen die Autorinnen, dass sie es durchaus verstehen, mit hocherotischen Episoden zu unterhalten: Mal angedeutet, mal klar und deutlich – aber immer mit Charme und Augenzwinkern serviert.
Ab sofort im Buchhandel erhältlich! ISBN-13: 978-3-837-03013-6 9,99€
Führungswechsel
„Hallo!“ Das direkt an seinem Ohr geflüsterte Wort schreckte Alec aus dem Dämmerzustand. Die Stimme war sanft, tief – und ihm gänzlich unbekannt! Das war nicht sein Herr! Normalerweise pflegte Steve ihn eifersüchtig wegzuschließen.
Wie konnte es sein, dass er sein „Spielzeug“ nun nackt und blind einem Fremden präsentierte?
Alec hob den Kopf, um zumindest seine verbliebenen Sinne zu nutzen, wenn er durch die Augenbinde schon dazu gezwungen war, auf das Sehen zu verzichten. Er hörte den Mann atmen, er schien ebenfalls aufgeregt zu sein. Da er noch immer hinter Alec hockte, fühlte dieser den Hauch wärmend auf seiner Haut. Ein Zittern durchlief seinen Körper, der das Frieren schon vor einiger Zeit aufgegeben hatte.
Als er versuchte zu sprechen, kam nur ein leises Ächzen aus seiner Brust, anscheinend war seine Stimme ebenso eingerostet wie die schmerzenden Gelenke. Weil es Steve so gefiel, kniete sein Sklave schon seit Ewigkeiten auf dem harten Boden, seine Handgelenke an den Knöcheln fixiert, die von einer Spreizstange in Position gehalten wurden. Jetzt konnte er nur noch bang in die Dunkelheit horchen, um zu erahnen, welche Torturen sich sein „Meister“ heute für ihn ausgedacht hatte.
„Hmmm“, hörte er ein genießerisches Brummen, „es gefällt mir außerordentlich gut, was ich sehe.“
Dann folgte nach einer kurzen Pause: „Er hat es dir nicht gesagt, nicht wahr?“
„Wa - was? Wer bist du?“, stammelte Alec. Die Erfahrung hatte ihn gelehrt, Vorsicht walten zu lassen. Mit Sicherheit war es wieder eines von Steves perfiden Spielen.
„Du gehörst ab sofort mir. Jedenfalls dann, wenn ich zufrieden mit dir bin, nachdem ich dich ausprobiert habe.“ Ein tiefes Lachen folgte den süffisanten Worten, das eine Gänsehaut über seine nackte Haut trieb.
Die Nachricht kreiste durch sein Hirn und löste eine Fülle widersprüchlicher Gefühle in Alec aus. Sollte er sich freuen, von Steve wegzukommen? Der widerliche Sadist hatte ihn einfach mit Hilfe von K.O.-Tropfen aus einer Kneipe entführt, um ihn dann durch Demütigungen, Vergewaltigungen und weitere Züchtigungen zu seinem Sklaven zu machen. Dabei hatte Steve sich nie daran gestört, dass sein Gefangener zwar homosexuell, aber nicht devot veranlagt war. Wie lange hatte er ihn nun schon in seiner Gewalt? Alec hatte jedes Zeitgefühl verloren.
Aber vielleicht kam er auch vom Regen in die Traufe … Angst breitete sich in ihm aus, obwohl er sich nicht vorstellen konnte, dass der Unbekannte ihn brutaler quälen konnte als Steve es getan hatte. Gespannt wartete Alec darauf, die samtige Stimme wieder zu hören, doch was dann erklang, war eher ein Seufzer. Er konnte fast spüren, wie sich der Blick des neuen Herrn zwischen seine weit gespreizten Schenkel senkte. Hilflos errötete er unter der Augenbinde, die exponierte Stellung gab ihm keinerlei Möglichkeit, seine beginnende Erektion zu verbergen. ‚Verdammt, warum erregt mich die Situation? Bin ich durch diesen Kranken auch mit der Zeit pervers geworden?’, dachte Alec verzweifelt. „Bitte entschuldige die Respektlosigkeit, Meister!“
„Für so einen prachtvollen Ständer musst du dich ganz sicher nicht entschuldigen“, flüsterte ihm Steves Nachfolger wieder ins Ohr. Schon fühlte Alec eine hauchzarte Berührung an seinen Brustwarzen – eine feuchte Zungenspitze! Als nächstes wurde die Eichel seines nun voll erigierten Penis’ sanft gereizt. Am ganzen Körper bebend, legte er den Kopf in den Nacken und stöhnte leise. Noch nie hatte er eine derartige Anspannung erlebt; trotz seiner schmerzenden Knochen rollte eine Welle des Verlangens über ihn.
„Meister, das dürft Ihr nicht!“, keuchte Alec atemlos. „Es ist mein Job, das für Euch zu tun!“
Der neue Herr war anscheinend nicht besonders beeindruckt von seinem Hinweis. Die Zunge kreiste neckend um die kleine Öffnung an der Gliedspitze, um dann die ganze beachtliche Länge hinab zu gleiten.
John vergaß mehr und mehr die Rolle, die er zu spielen hatte. Begeistert ließ er den geschwollenen Prachtburschen in den Mund gleiten und versuchte, ihn ganz in seiner Kehle aufzunehmen. Er stöhnte unterdrückt, als er die steigende Erregung seines Spielgefährten fühlte. Wenn er einen überzeugenden „Domino“ abgeben wollte, musste er ihm jetzt zumindest versagen, zu kommen …
Es war in einem Nachtclub gewesen, als er Alec zum ersten Mal gesehen hatte. Steve hatte ihn an einer kaum sichtbaren Kette „ausgeführt“, die mit Sicherheit an sehr empfindlichen Körperteilen befestigt gewesen war. Zumindest hatte John dies vermutet, da sich der junge Mann auf jeden Wink seines Herrn zwar widerstrebend aber folgsam wie eine Marionette bewegt hatte.
Alecs Augen hatten ihn fasziniert. In dem wunderschönen Gesicht hatten sie blau geleuchtet, doch er hatte nur noch einen letzten Funken des Feuers erahnen können, das sie einmal ausgestrahlt haben mussten. Ein Kämpfer, der den Kampf aufgegeben hatte. So war er auf das seltsame Paar aufmerksam geworden, und sein Interesse hatte Steves Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt.
Voller Bedauern ließ er von Alec ab und atmete tief durch. „Jetzt bist du mein Opfer, denn für deinen alten Meister bist du nicht mehr Opfer genug“, brachte er mühsam heraus. Seine Hose war schmerzhaft gespannt, er musste sich etwas einfallen lassen, um seinen Druck loszuwerden. Nachdem er sich wieder etwas beruhigt hatte, betrachtete John grinsend seinen Gespielen, der noch immer frustriert den Kopf hängen ließ und versuchte, sein Keuchen in den Griff zu bekommen. Am liebsten hätte er ihn von der Augenbinde und den Fesseln befreit, um ihn auf einem bequemen Bett ausgiebig zu lieben. Aber das passte nicht zu ihrem Plan.
Als er über die feuchte Spitze pustete, zuckte Alecs pralles Glied, und er stöhnte auf: „Bitte! Bitte erlöse mich!“
„Noch sind wir nicht miteinander fertig. Wir lernen uns doch gerade erst kennen.“ John bemerkte, dass es ihm Spaß zu machen begann, diesen hübschen Burschen in seiner Gewalt zu haben. Es hätte ihm noch mehr gefallen, die Lust in seinen Augen zu sehen, denn er war sich sicher, dass das Leben in sie zurückgekehrt war. Alec blinzelte, als das schwarze Tuch hochgeschoben wurde. Obwohl nur ein paar Kerzen in dem fensterlosen Raum brannten, schien ihn das Licht zu blenden.
Gespannt wartete John, ob er Erkennen in seinem Blick lesen konnte, er glaubte allerdings nicht, dass sich Alec an ihre Begegnung in der Bar erinnern würde. Die blauen Augen mit den geweiteten Pupillen musterten ihn neugierig, richteten sich dann aber wieder verträumt auf einen Punkt in der Ferne, als John das vorherige Spiel seiner Zunge mit den Fingerspitzen fortführte.
„Bi - bitte! Ich muss …”, jappste Alec, doch sein sanfter Folterknecht schloss ihm mit einem Kuss den Mund. Immer wieder hatte er ihn an den Rand des Orgasmus’ gebracht, um dann sein prickelndes Fingerspiel einzustellen, bevor die Entspannung greifbar war. Seine Zunge stieß tief zwischen die Lippen des Gefangenen, zog sich zurück und umkreiste sie langsam. Wie in Zeitlupe imitierte er den Akt, während seine Lenden sich an Alecs rieben.
„Wenn du es ihm nicht bald besorgst, fängt er an zu weinen! Gib es ihm richtig hart, er geht gern bis an die Schmerzgrenze!“, durchschnitt Steves harsche Stimme den Raum.
Im Bruchteil einer Sekunde war John auf den Beinen. Schon zu Beginn ihrer Bekanntschaft hatte er sich vorgenommen, diesem Mann niemals den Rücken zuzudrehen, denn sie mochten zwar eine Art Pakt geschlossen haben – er würde dabei aber nicht vergessen, dass Steve nach wie vor auf der Suche nach „Frischfleisch“ war. Der Typ war ein gefährlicher Psychopath, darum sollte John zunächst versuchen, seinen eigenen Hintern und den von Alec aus der Gefahrenzone zu bekommen! Vielleicht hätte er doch die Polizei einschalten sollen?
So unerschrocken wie möglich trat er Steve entgegen und war froh, dass er ihn um einen halben Kopf überragte. „Gib mir die Schlüssel von den Fesseln und hole seine Sachen! Es ist mir zu ungemütlich hier, wir werden jetzt gehen!“
Für einen Moment duellierten sie sich mit Blicken, doch dann verließ Steve wortlos den Raum. In Alecs Augen spiegelte sich das blanke Entsetzen, er hatte gefühlt, dass die Situation auf Messers Schneide gestanden hatte. Sein alter Herr hatte Johns Körper bereits taxiert, und er kannte seinen Geschmack: Bestimmt hätte er diesen starken Hengst gerne eingeritten …
Wenig später saßen sie im Wagen und machten sich auf den Weg zu Alecs neuem Zuhause. Um den Mummenschanz echter wirken zu lassen, hatte John seinem „Untertanen“ die Augen wieder verbunden.
„Gut“, sagte er erleichtert. Er hatte fast nicht mehr damit gerechnet, mit heiler Haut aus diesem Kerker herauszukommen. „Ich werde dir gleich die neuen Spielregeln beibringen, damit du mir zufriedenstellend dienen kannst, Sklave!“ Es fiel ihm schwer, seiner Stimme Strenge zu verleihen, denn er konnte sich vorstellen, dass Alec unter Steves Herrschaft die Hölle durchlebt hatte. Aber er hielt den Plan noch immer für gut, also musste er sich weiter an seine Rolle halten.
„Ja, Meister!“, antwortete Alec bebend. Da er nichts sehen konnte, entgingen ihm die zärtlichen Blicke seines neuen „Herrn“. Schritt für Schritt würde ihm John den sicheren Boden unter den Füßen zurückgeben, bis er wieder zu einem normalen Leben in der Gesellschaft fähig war. Er würde ihm nicht von der Seite weichen, ihn lieben, bis die Wunden seiner Seele verheilt waren.
„Vielleicht sollte ich im Bett weiterhin darauf bestehen, dass du mich ‚Master John’ nennst“, dachte dieser genüsslich über die Zukunft nach. Er hatte Blut geleckt, und bestimmt konnten sie das Machtgefüge in ihrer Beziehung so gestalten, dass jeder voll auf seine Kosten kam …
Ich bin übrigens schon wiederholt danach gefragt worden: Ja, es gibt in dem Buch eine Fortsetzung der Geschichte! Führungswechsel 2 erzählt, wie es mit John und Alec weitergeht!!! ;o)