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"Das Beziehungs-Experiment"
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GAYLÜSTE                                                             Zehn Autoren entführen den Leser in sinnlich-romantische oder lustvoll-andere Welten. Magier, Vampire und Dämonen zeigen uns die düster-verbotene Seite der Verführung, während Cowboys, Indianer oder der Anführer einer Motorradgang sündhafte Dinge anstellen. Ob auf den Malediven oder in der Unterwelt - die Liebe findet immer einen Ort.
16 erotische Geschichten, von zeitgenössisch bis historisch, die echtes Verlangen in uns wecken.

Mit Storys von Simon Rhys Beck, Charlotte Engmann, Kira Hawke, Sandra Henke, Nicole Henser, Inka Loreen Minden, Verena Rank,
Martin Skerhut, Justin C. Skylark und dem Newcomer Tobias Wolf. 
                                              



     


The Battle

von Nicole Henser

 

Langsam stieg der Nebel aus den Wiesen und der Horizont färbte sich gelb. Bald würde die Sonne aufgehen, und schon blendeten Zack die ersten gleißenden Strahlen, die aus den Wolken hervorbrachen. Er schloss die Augen und genoss den Moment der Ruhe, während der Wind mit seinem langen dunklen Haar spielte. Außer dem nervösen Scharren von Motorradstiefeln war kein Laut zu hören, erst auf sein Zeichen hin würden die „Dark Rebels“ ihre Maschinen anwerfen.

Zack hatte das Gefühl, er könne die ferne Melodie von Dudelsäcken wahrnehmen, die in der klaren Luft hing. Vorboten der Schlacht – doch natürlich war das nur Einbildung, denn sie waren weder in den Highlands noch trugen seine Leute karierte Röckchen. Die Fuchsschwänze wehten allerdings kampflustig an vielen Antennen, als spürten sie die Anspannung.

Plötzlich hörten sie ein Donnern, das von Sekunde zu Sekunde lauter wurde. Es würde nicht mehr lange dauern, bis ihnen die „Satanic Riders“ in Gefechtsformation gegenüberstünden.

Ob er bei ihnen ist?, dachte Zack unruhig und strich sich nervös über das Gesicht, das durch den besorgten Zug um die Mundwinkel nicht weniger attraktiv wirkte. Wenn seine Männer wüssten, was ihn bewegte, würden sie ihn mit Sicherheit verachten. Sein Herz klopfte hart gegen die Rippen, die Angst um seinen „Liebling“ dämpfte seine Angriffslust.

Ich muss mich zusammenreißen. Sie brauchen einen Anführer, der ganz bei der Sache ist. Niemals würde er seine Krieger in Gefahr bringen, indem er sich von den verwirrenden Gefühlen, die in ihm tobten, ablenken ließ.

„Bleibt ruhig, ich sage euch, wenn es so weit ist“, rief Zack seinem Nebenmann zu, als sich die feindliche Reihe in einigem Abstand aufstellte. Der ohrenbetäubende Lärm ließ schlagartig nach, denn die gegnerische Gang drosselte die Drehzahl der Motoren, um in eine abwartende Haltung zu gehen.

„Keine Sorge, Chef, wir warten auf dein Kommando“, sagte Ricoh, der alte Haudegen, grinsend. „Sollen wir die Waffen bereithalten?“ Er hob seine Fahrradkette, die voller Vorfreude darauf wartete, ihre Feinde von den Rädern zu holen.

Zack nickte abwesend, seine grauen Augen hatten ihr Ziel gefunden und saugten sich förmlich daran fest: Monty! Unbeschwert wie ein Junge lachte dieser, wobei ein Grübchen in seinem Kinn erschien; die langen Ponyfransen hingen ihm verwegen ins Gesicht. Anschei-nend quoll auch er über vor Tatendrang und war begierig, sich ins Getümmel zu stürzen.

Nur mit Mühe riss Zack sich von dem Bild los, um zu tun, was man von ihm erwartete. Der schnarrende Ruf eines Raben verkündete endgültig den neuen Tag.
„Werft die Maschinen an!“ Der Kampf konnte beginnen.

 

Ketten peitschten durch die Luft, und eine selbstgebaute Ramme hob die Fahrer aus dem Sattel, wie die Lanzen beim Ritterturnier. Es gab keine Regeln bei diesem Gemenge, außer dem beidseitigen Bestreben, den jeweiligen Gegner in den Morast zu befördern.

„Shit!“, knurrte Zack. Er riss seine Honda zurück, Dreck spritzte hoch und nur knapp kam er vor dem am Boden liegenden Mann zum Stehen. „Steig auf!“ Zack griff in die Lederjacke und zog den Gestrauchelten auf die Füße. „Du solltest demnächst besser auf den glitschigen Untergrund achten“, raunte er ihm zu, nachdem dieser sich gezwungenermaßen hinter ihm auf den Sitz geschwungen hatte. Das Motorrad des Pechvogels war ihm unter dem Hintern weggerutscht, ohne dass es das Zutun eines anderen benötigt hätte. Jetzt lag es verbeult und mit sich wild drehendem Hinterrad am Boden.

„Halt dich gut fest!“, rief Zack ihm zu, während er die Maschine herumzwang, um dem Schlag einer Eisenkette auszuweichen. Fast wäre sein Sozius beim nächsten Wendemanöver wieder unsanft abgestiegen, also hielt Zack kurz an und drehte sich um: „Verdammt, Monty! Du willst nicht mein Gefangener sein – aber ist es wert, dafür zu sterben?“

Sein Herz zerbarst beinahe, als er bemerkte, dass sein heimlicher Schwarm verletzt war. Er hielt sich den Arm und hatte das Gesicht voller Abschürfungen; vielleicht hatte es ihn sogar noch schlimmer erwischt. „Wird es gehen?“, fragte Zack rau.

Monty fluchte leise und schlang dann den gesunden Arm um seine Taille. Geschmeidig passte er sich daraufhin den Ausweichbewegungen an, denn Zack versuchte im weiteren Verlauf des Kampfes, Angriffen aus dem Weg zu gehen.

Die „Dark Rebels“ betrachteten den jungen Mann auf dem Rücksitz ihres Anführers als Kriegsbeute. Angespornt durch diesen Erfolg, legten sie sich mächtig ins Zeug und schlugen die „Satanic Riders“ schon bald unter wildem Gejohle in die Flucht. In sicherem Abstand rotteten sich diese zu einem Pulk zusammen.

„Los, zeig es ihnen!“, zischte Ricoh Zack zu. Der hartgesottene Lederkerl war der zweite Mann in der Hierarchie, wenn man in ihrer Gruppe davon sprechen konnte, und er würde keine Ruhe geben, bis er bekam, was er verlangte: Eine stellvertretene Demütigung Montys für den unterlegenen Boss wäre ganz nach Ricohs Geschmack.

Nachdenklich musterte Zack den Verletzten, der wie ein begossener Pudel neben dem Motorrad stand und seinen Blick mied. „Was soll ich mit dir machen?“, flüsterte er ihm zu. Monty schaute ihm kurz in die Augen und Zacks Magen krampfte sich zusammen.

Kurzentschlossen stellte er sich hinter den etwas kleineren Mann und schrie ins gegnerische Lager: „Bones! Was hältst du davon, wenn ich dir ein bisschen den Sack kraule? Nach eurer kleinen Niederlage wirst du doch sicher nichts dagegen haben?“

Seine Leute grölten und wieherten vor Lachen, während Zack seine gespreizte Hand auf Montys Bauch legte. Als dieser versuchte, sich dagegen aufzulehnen, drehte ihm Zack den unverletzten Arm auf den Rücken; der andere schien ohnehin nutzlos zu sein. Er tat seinem Opfer nicht weh, aber Zack hielt ihn so fest, dass Monty anscheinend schnell merkte, dass es sinnlos war sich weiter zu sträuben, er hielt ganz still – sein Atem ging jedoch keuchend.

Der Wortführer wartete, bis sich Bones, der Bandenchef der „Satanic Riders“, umdrehte, dann wanderten seine Finger demonstrativ zu Montys Schritt. Der wehrlose Bursche zuckte zusammen, Zack umfasste seine Männlichkeit, die sich unter der sanften Massage schnell zu beachtlicher Größe entwickelte. Ein Beben ging durch den Körper des Gefangenen und obwohl sein Arm schmerzen musste, stöhnte er leise.

„Das wollte ich immer schon mal tun, Bones!“ Zack verhöhnte seinen Rivalen grinsend, der dies mit einem wütenden Aufheulen quittierte.

„Fahr zur Hölle!“, keuchte Monty, als Zack seine Härte genauer ertastete. Der junge Mann spannte seine Bauchmuskeln an und Zacks Hand glitt ungehindert in den Bund der geknöpften Jeans. Nun liebkoste er dem Opfer das nackte Glied, dabei schmiegte er seine eigene Erektion an dessen Hintern. Hilflos zappelnd kämpfte Monty gegen den eisernen Griff; trotz aller Gegenwehr reagierte er sehr auf die intime Berührung.

Er ist groß, heiß und samtig. Ein göttlicher Schwanz!

Zack lachte, doch innerlich war er ein Wrack. Er liebte Monty schon lange aus der Ferne; ihm eine solche Schmach antun zu müssen, tat ihm unendlich weh. Dennoch war er wie elektrisiert, weil sein Gespiele derart auf die Behandlung ansprang. Sein ganzer Körper vibrierte vor Lust.

Ob er wohl schwul ist? Zack beschleunigte seine Bewegungen und spürte erste Feuchtig-keit an seinen Fingern. Der verführerische Kerl hatte den Kopf mit geschlossenen Augen an seine Schulter gelehnt und stöhnte unterdrückt. Fasziniert betrachtete Zack sein Profil, während es in seiner Hand zu zucken begann; es würde nicht mehr lang dauern, bis Monty kam.

Als dieser sich in seinen Armen aufbäumte, hätte Zack alles dafür gegeben, mit ihm allein zu sein. Aah, er ist wunderschön. Ich will ihn endlich küssen! Und mehr …

Stattdessen hielt er zum Beweis seine klebrige Hand in die Höhe. „Es war schön mit dir, Bones! Jederzeit wieder!“

Der geschlagene Gegner würde noch lange an seiner Niederlage zu knacken haben. Nun durfte er sich endlich mit seinen Männern zurückziehen – so sah es das ungeschriebene Gesetz für die Verlierer vor. Wortlos drehten sie sich um und stiegen auf ihre Maschinen, so weit diese noch fahrtüchtig waren.

Siegesgeheul der „Dark Rebels“ erfüllte die kühle Luft und schon bald lag das Schlachtfeld wieder friedlich in der Morgensonne. Nur die tiefen Radspuren in der Grasnarbe waren Zeugen des Geschehens.

 ....


Im Buch geht die Geschichte natürlich noch weiter. Es gibt u.a. auch ein abschließendes Wiedersehen mit John und Alec in Führungswechsel 3 ...  ;o)